Skip to content

13 Sternzeichen Datum – Gibt es ein 13. Sternzeichen und welche Daten gelten dafür?

Immer wieder landet bei mir dieselbe Frage auf dem Tisch: Jemand schaut in seinen Geburtshoroskop-Rechner, liest plötzlich etwas von Ophiuchus und stellt fest, dass er offenbar gar nicht das Sternzeichen hat, mit dem er seit Jahren lebt. Besonders häufig passiert das Menschen, die zwischen Ende November und Mitte Dezember geboren wurden. Dann fällt plötzlich der Begriff „13. Sternzeichen“ – und aus dem vertrauten Schützen wird angeblich der Schlangenträger.

Die Verwirrung ist verständlich. Sie entsteht allerdings weniger durch die Astrologie selbst als durch die Vermischung zweier verschiedener Systeme: der zwölf Tierkreiszeichen der Astrologie und der tatsächlichen Sternbilder am Himmel. Beide verwenden ähnliche Namen, funktionieren aber nicht nach denselben Regeln. Genau an dieser Stelle wird die Sache interessant.

Warum plötzlich von einem 13. Sternzeichen die Rede ist

Der Schlangenträger, lateinisch Ophiuchus, ist tatsächlich ein Sternbild. Wer nachts den Himmel betrachtet, kann es zwischen Skorpion und Schütze in der Nähe der Ekliptik finden. Die Sonne zieht auf ihrer scheinbaren Jahresbahn ebenfalls durch diesen Bereich. Astronomisch betrachtet befindet sie sich deshalb für einen bestimmten Zeitraum im Gebiet des Schlangenträgers.

Das klingt zunächst nach einem einfachen Beweis: Wenn die Sonne durch 13 Sternbilder läuft, müsste es doch auch 13 Sternzeichen geben. Genau diesen Schluss halte ich für den entscheidenden Denkfehler. Ein Sternbild und ein astrologisches Tierkreiszeichen sind nicht dasselbe.

Die klassische westliche Astrologie teilt den Tierkreis in zwölf gleich große Abschnitte von jeweils 30 Grad. Dabei spielt es keine Rolle, wie groß oder klein die entsprechenden Sternbilder am realen Himmel sind. Der astrologische Tierkreis beginnt beim Frühlingspunkt und wird in zwölf gleichmäßige Zeichen aufgeteilt. Der Schütze bleibt also ein zwölftes Zeichen in einem System, das bewusst mit zwölf Abschnitten arbeitet.

Das erklärt auch, weshalb die Vorstellung eines „neuen“ Sternzeichens etwas irreführend ist. Der Schlangenträger wurde nicht kürzlich entdeckt und auch nicht von Astrologen vergessen. Das Sternbild ist seit der Antike bekannt. Die Diskussion flammt nur immer wieder auf, wenn astronomische Daten und astrologische Zeichen miteinander verglichen werden.

Welche Daten hat der Schlangenträger tatsächlich?

Wenn man die Frage streng astronomisch stellt, wird es konkreter. Die Sonne steht nach den Grenzen der Sternbilder ungefähr zwischen 29. November und 18. Dezember im Bereich des Schlangenträgers. Je nach verwendeter Berechnung können die Daten geringfügig abweichen, weil sich die Position der Sonne und die genaue Definition der Sternbildgrenzen nicht so schön in runde Kalenderdaten pressen lassen.

Und hier liegt eine kleine Falle, die ich in Artikeln zu diesem Thema häufig sehe: Es wird eine Tabelle mit festen Daten veröffentlicht, als wären diese Zahlen eine neue astrologische Geburtszeichenordnung. Das sind sie nicht. Die genannten Zeiträume beschreiben, durch welches Sternbild sich die Sonne am Himmel bewegt – nicht, welches Zeichen ein Mensch nach der traditionellen westlichen Astrologie „haben sollte“.

Wer zwischen Ende November und Mitte Dezember geboren wurde, muss deshalb sein bisheriges Horoskop nicht plötzlich neu schreiben. Ein Mensch, der nach der westlichen Astrologie Schütze ist, wird nicht automatisch zum Schlangenträger, nur weil die Sonne astronomisch zu dieser Zeit im entsprechenden Sternbild steht.

Warum die zwölf astrologischen Zeichen trotzdem sinnvoll funktionieren

Man versteht den Unterschied leichter, wenn man sich nicht auf die Sternbilder, sondern auf die Geometrie des Tierkreises konzentriert. Der astrologische Tierkreis ist ein Kreis von 360 Grad. Dieser Kreis wird in zwölf gleich große Bereiche geteilt. Widder, Stier, Zwillinge und die übrigen Zeichen sind darin jeweils 30 Grad breit.

Die realen Sternbilder sind dagegen unterschiedlich groß. Manche nehmen am Himmel einen wesentlich größeren Bereich ein als andere. Würde man die Sternbilder tatsächlich als Grundlage nehmen, wären die einzelnen „Zeichen“ keineswegs gleich lang. Der Skorpion würde nur einen relativ kurzen Zeitraum einnehmen, während andere Sternbilder deutlich länger von der Sonne durchlaufen werden.

Genau deshalb passen astronomische Sternbilddaten und astrologische Geburtstagsdaten nicht sauber übereinander. Das ist kein Rechenfehler. Es sind schlicht zwei unterschiedliche Bezugssysteme.

Hinzu kommt die sogenannte Präzession der Erdachse. Die Erdachse verändert ihre Ausrichtung über sehr lange Zeiträume langsam. Dadurch verschiebt sich der Frühlingspunkt gegenüber dem Hintergrund der Sterne. Das bedeutet: Das Sternbild, vor dem die Sonne astronomisch steht, entspricht heute nicht mehr einfach dem gleichnamigen astrologischen Zeichen, das dieselbe Position in der traditionellen Tierkreisordnung bezeichnet.

Die berühmten „13 Sternzeichen Daten“ im direkten Vergleich

Wer verstehen möchte, woher die Verwirrung kommt, kann die beiden Systeme einmal nebeneinander betrachten. Die folgenden Angaben sind bewusst als Orientierung gedacht und nicht als neue astrologische Geburtsdaten:

System Zeitraum bzw. Einteilung Bedeutung
Westliche Astrologie 12 Zeichen zu je 30 Grad Astrologischer Tierkreis
Astronomie Sonne durchquert auch Ophiuchus Tatsächliche Sternbildposition
Schlangenträger ungefähr 29. November bis 18. Dezember Zeitraum, in dem die Sonne im Sternbild Ophiuchus steht
Astrologischer Schütze ungefähr 22. November bis 21. Dezember 12. Zeichen im tropischen Tierkreis

Die Überschneidung ist auffällig, und genau daraus entstehen die meisten Diskussionen. Ein Teil der Menschen, die astrologisch als Schütze gelten, befindet sich astronomisch gesehen vor einem anderen Sternbild. Das macht keines der beiden Systeme automatisch falsch. Es zeigt nur, dass „Sternzeichen“ im Alltag für zwei unterschiedliche Dinge verwendet wird.

Und was ist mit der vedischen Astrologie?

Die Sache wird noch interessanter, wenn man die westliche Astrologie nicht als einziges astrologisches System betrachtet. In der indischen beziehungsweise vedischen Astrologie wird überwiegend ein siderischer Tierkreis verwendet. Dort orientiert man sich stärker an der tatsächlichen Position der Sterne und berücksichtigt die Verschiebung durch die Präzession.

Das führt dazu, dass sich die Zeichenpositionen gegenüber dem westlichen, tropischen Tierkreis verschieben. Wer beispielsweise in einem westlichen Horoskop Löwe ist, kann im siderischen System bereits dem Krebs zugeordnet werden. Das ist einer der Gründe, weshalb zwei seriös arbeitende Astrologen bei demselben Geburtsdatum zu unterschiedlichen Zeichenangaben kommen können, ohne dass einer von ihnen zwangsläufig einen Rechenfehler gemacht hat.

Der Schlangenträger wird aber auch im siderischen System nicht einfach zum regulären dreizehnten Zeichen der klassischen vedischen Astrologie. Die Existenz von Ophiuchus am Himmel bedeutet also nicht automatisch, dass astrologische Systeme auf dreizehn Zeichen umgestellt werden.

Warum gerade der Schlangenträger so viel Aufmerksamkeit bekommt

Ophiuchus ist kein unscheinbares Sternbild. Der Name bedeutet Schlangenträger, und dargestellt wird eine Gestalt, die eine Schlange hält. In der griechischen Mythologie wird das Sternbild häufig mit Asklepios in Verbindung gebracht, dem mit Heilkunst verbundenen Gott. Dadurch besitzt es bereits eine symbolische Geschichte, die lange vor modernen Internetdebatten existierte.

Was mich an der Diskussion besonders interessant findet, ist die Geschwindigkeit, mit der aus einer astronomischen Information eine persönliche Aussage wird. Aus „Die Sonne steht im November und Dezember teilweise im Sternbild Ophiuchus“ wird innerhalb weniger Zeilen „Du bist eigentlich Schlangenträger“. Das ist ein großer gedanklicher Sprung.

Für jemanden, der sein Horoskop ernst nimmt, kann das sogar irritierend sein. Plötzlich werden Eigenschaften, Partnerschaftshoroskope und jahrelang gelesene Texte infrage gestellt. Dabei hat sich am verwendeten astrologischen System überhaupt nichts geändert.

Was bedeutet das für dein eigenes Geburtsdatum?

Wenn du wissen möchtest, welches astrologische Zeichen du hast, sollte die erste Frage nicht lauten: „Bin ich vielleicht Schlangenträger?“ Besser ist die Frage: Welches astrologische System wird verwendet? Beim klassischen westlichen Horoskop bleibt die Einteilung in zwölf Zeichen bestehen. Der Schlangenträger wird dort nicht als zusätzliches Tierkreiszeichen eingefügt.

Bei einer Geburt Ende November oder im Dezember lohnt sich außerdem ein genauer Blick auf das verwendete System und gegebenenfalls auf die genaue Geburtszeit. Die Grenze zwischen zwei astrologischen Zeichen kann je nach Jahr und Uhrzeit relevant sein. Wer nur ein Datum ohne Uhrzeit betrachtet, bekommt deshalb bei bestimmten Grenzfällen manchmal eine zu grobe Antwort.

Für die reine astronomische Frage ist die Sache dagegen ebenfalls klar: Die Sonne bewegt sich scheinbar durch dreizehn der von der Astronomie definierten Sternbilder entlang der Ekliptik, darunter Ophiuchus. Das ist eine Beschreibung des Himmels und keine Änderung der astrologischen Tierkreiszeichen.

Ein „13. Sternzeichen“ gibt es also – aber nicht in dem Sinn, wie es oft behauptet wird

Ich würde die Frage deshalb nicht einfach mit einem knappen Ja oder Nein beantworten. Als Sternbild gibt es den Schlangenträger eindeutig. Als zusätzliches, allgemein anerkanntes dreizehntes Zeichen der klassischen westlichen Astrologie gibt es ihn dagegen nicht. Wer vom „13. Sternzeichen“ spricht, vermischt meist astronomische Sternbilder mit astrologischen Zeichen.

Das ist kein Grund, eine der beiden Sichtweisen gegeneinander auszuspielen. Astronomie beschreibt die tatsächliche Position von Himmelskörpern und Sternbildern. Astrologie arbeitet mit einem symbolischen Tierkreis, dessen zwölf Zeichen bestimmte geometrische Abschnitte des Himmelskreises darstellen. Beide Begriffe haben sich historisch miteinander verbunden, obwohl sie heute nicht mehr deckungsgleich sind.

Vielleicht ist genau das die angenehmere Art, mit dem Thema umzugehen: Man muss sein vertrautes Sternzeichen nicht plötzlich aufgeben, nur weil man eine interessante astronomische Ergänzung entdeckt. Und man kann sich trotzdem einmal anschauen, wo die Sonne bei der eigenen Geburt tatsächlich am Himmel stand. Für viele ist gerade dieser Unterschied der spannendste Teil der ganzen Geschichte.

Am Ende bleibt vom angeblich neuen Sternzeichen weniger eine sensationelle Enthüllung als eine kleine Lektion darüber, wie wir den Himmel benennen. Ein Name kann über Jahrhunderte gleich bleiben, während sich das Bezugssystem dahinter verändert. Wer das verstanden hat, sieht in Ophiuchus nicht mehr den „vergessenen“ dreizehnten Bruder der zwölf Sternzeichen, sondern das, was er tatsächlich ist: ein altes Sternbild, das jedes Jahr einen Abschnitt der Sonnenbahn begleitet.

Verwendete Bilder: Magnific (https://www.magnific.com)

Schreibe einen Kommentar